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INTO Design Stories - Paweł Syposz, ATP Kraków 🇵🇱

INTO Design Stories ist eine Reihe von Artikeln, in denen wir Architekten und Innenarchitekten aus der ganzen Welt interviewen. Ziel ist es, Einblicke in ihre Projekte und Designphilosophien zu geben und zu zeigen, wie sich Arbeits- und Lernumgebungen weltweit entwickeln.

In diesem Artikel sprechen wir mit Paweł Syposz, Partner und Architekt bei ATP Kraków in Polen. Er spricht über langfristige, multidisziplinäre Projekte, die Bedeutung von Komfort und Wohlbefinden in Arbeitsumgebungen und darüber, wie Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit Designlösungen heute und in Zukunft beeinflussen.

Können Sie uns etwas über sich selbst und Ihren Hintergrund im Bereich Design erzählen?

Ich bin Paweł Syposz, Partner und Architekt ATP in Krakau. ATP Krakau ist ein multidisziplinäres Designbüro mit rund 90 Mitarbeitern. Etwa die Hälfte des Teams besteht aus Architekten und Innenarchitekten, die andere Hälfte aus Ingenieuren. Das Ingenieurteam wächst noch. Diese Struktur ermöglicht es, den gesamten Designprozess intern zu verwalten und eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Disziplinen zu gewährleisten.

Ich verfüge über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Branche. ATP Krakau ermöglicht mir eine ganzheitliche Herangehensweise an das Thema Design: Architektur, Innenarchitektur, Technik und Fachwissen sind alle Teil desselben Prozesses. Für mich war es schon immer wichtig, während des gesamten Planungs- und Bauprozesses eng mit den Kunden zusammenzuarbeiten. Wir entwerfen nicht nur für den Kunden, wir arbeiten mit ihm zusammen und unterstützen ihn bei jedem Schritt.

Paweł Syposz

Paweł Syposz, Partner und Architekt bei ATP Krakau

Welche Art von Projekten planen Sie mit ATP?

Wir konzentrieren uns nicht nur auf eine Art von Gebäude. Wir entwerfen Büro-, Wohn- und Geschäftshäuser. Praktisch alles, was der Kunde braucht. Meine eigene Erfahrung konzentriert sich vor allem auf kommerzielle Projekte. Da ich in den letzten 20 Jahren an vielen Einkaufszentren gearbeitet habe, weiß ich sehr gut, wie sich diese Umgebungen im Laufe der Zeit verändert haben.

Wie haben sich Arbeitsumgebungen und Geschäftsräume in den letzten Jahren entwickelt?

Die größten Veränderungen im Arbeits- und Lernumfeld sind stark von der Zinspandemie beeinflusst. Nicht nur die Telearbeit ist inzwischen weithin akzeptiert, sondern das gesamte Arbeitsumfeld hat sich in einer Weise verändert, die den Menschen nicht immer bewusst ist.

Heute wird viel mehr Wert auf natürliches Licht, Akustik und allgemeinen Komfort gelegt. Schlechte Beleuchtung oder ständige Hintergrundgeräusche können zu übermäßiger Ermüdung führen. Die Büros sind wärmer und entspannter geworden und ähneln eher einem Zuhause als einem technischen Arbeitsplatz.

Auch unterschiedliche Arbeitsweisen werden akzeptiert. Manche brauchen ruhige Räume zur Konzentration, andere brauchen soziale Interaktion. Büros sind nicht länger standardisierte Produktionsräume. Flexible Besprechungsräume und kleine Räume für Videokonferenzen sind unverzichtbar geworden und unterstützen neue Arbeitsweisen.

Ähnliche Veränderungen sind auch im kommerziellen Umfeld zu beobachten. Ein Großteil meiner eigenen Erfahrungen bezieht sich auf Einkaufszentren, die sich in den letzten 20 Jahren erheblich verändert haben. Sie sind nicht mehr nur Orte des Konsums, sondern multifunktionale Umgebungen, die Kommerz, Freizeit, Kultur, Arbeit und soziales Leben miteinander verbinden.

Einkaufszentren sind zu einem Teil der Stadt geworden und nicht zu separaten Geschäftsgebäuden. Dies erfordert viel mehr Flexibilität und ein tieferes Verständnis dafür, wie die Menschen die Räume tatsächlich nutzen. Heute geht es bei der Gestaltung darum, Orte zu schaffen, an denen die Menschen gerne Zeit verbringen und die sich langfristig an Veränderungen anpassen.

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Wie wichtig sind Nachhaltigkeit und Umweltverantwortung für Ihre Kunden?

Wir haben das Glück, dass sich viele unserer Kunden der Umweltauswirkungen bewusst sind. Sie bemühen sich oft, die höchsten Standards für nachhaltiges Bauen zu erfüllen, wie LEED, BREEAM oder DGNB, je nach Land. In vielen Fällen setzen sie sich auch eigene Ziele, die noch ehrgeiziger sind als die offiziellen Anforderungen.

Die Kunden interessieren sich zunehmend für den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden und die verwendeten Materialien, einschließlich ihrer Lokalisierung. Sie sind manchmal bereit, höhere Kosten in Kauf zu nehmen, um eine bessere Umweltleistung zu erzielen. Dies ist Ausdruck eines starken Verantwortungsbewusstseins und eines positiven Mentalitätswandels.

Was war das wichtigste Projekt in Ihrer Karriere?

Das bedeutendste Projekt meiner Laufbahn ist das Westfield Hamburg Überseequartier in der HafenCity, Hamburg. Es ist ein großes Mischnutzungsprojekt mit Einzelhandelsflächen, Kinos, Wohngebäuden, Büros, Hotels und einem Kreuzfahrtterminal.

Ich habe acht Jahre lang an dem Projekt gearbeitet, und es wurde ein wichtiger Teil meines Lebens. Das Team war komplett international und sehr groß. Es bestand aus mehr als 350 Designern, ganz zu schweigen von anderen Experten. Das Projekt erforderte eine ständige Anpassung an die Veränderungen des Marktes und die sich wandelnden Bedürfnisse.

Das Besondere an dem Projekt ist, dass es zu einem echten Teil der Stadt geworden ist. Es wurde von den Hamburgerinnen und Hamburgern angenommen und ist nun ein lebendiges städtisches Ziel. Es ist eine beeindruckende Erfahrung zu sehen, wie die Menschen einen Ort nutzen und genießen, den sie mitgestaltet haben.

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Wie werden sich Ihrer Meinung nach die Büroumgebungen in Zukunft entwickeln?

In naher Zukunft werden sich die Arbeitsbedingungen, die Gesundheit und Wohlbefinden fördern, weiter entwickeln. Dazu gehören natürliches Licht, Akustik, Flexibilität und die Anpassung der Räume an unterschiedliche Arbeitsweisen. Die Büros werden komfortabler und menschenorientierter werden.

Längerfristig lässt sich die Zukunft nur schwer vorhersagen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass wir flexibel bleiben und schnell auf Veränderungen reagieren müssen. Die Verwendung von wiederverwendbaren und lokalen Materialien nimmt jedoch zu und wird eine immer größere Rolle spielen.

Welche Rolle werden KI und Technologie bei der Gestaltung der Zukunft spielen?

KI wird zu einem grundlegenden Werkzeug für Designer werden, aber die größte Herausforderung ist das Vertrauen. KI sammelt Informationen aus vielen Quellen, ohne deren Verlässlichkeit zu bewerten. Daher sind berufliche Erfahrung und unabhängiges Denken weiterhin unerlässlich.

KI kann dabei helfen, die Entwurfsprozesse zu optimieren und Änderungen während des gesamten Projektlebenszyklus zu verwalten. Eine der größten Herausforderungen im Baugewerbe ist heute die Verschwendung, die oft durch ständige Konstruktionsänderungen während des Baus verursacht wird. Ein besseres Prozessmanagement könnte dies verringern.

In Zukunft wird die Zusammenarbeit zwischen Designern und Bauunternehmen noch enger werden. Dies wird Kunden, Bauherren und der Umwelt zugute kommen, indem Abfall reduziert und die Effizienz verbessert wird. Künstliche Intelligenz kann diese Entwicklung unterstützen, aber menschliche Verantwortung und Urteilsvermögen werden weiterhin entscheidend sein.

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